Computertomographie


Sliding Gantry CT im Schockraum
Sliding Gantry CT im Schockraum

Das Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie verfügt in der zentralen Röntgenabteilung im Zentrum für Innere Medizin (ZIM) und dem Zentrum für operative Medizin (ZOM) über 3 Computertomographen (ein 256 Zeilen ein 64 Zeilen und ein 16 Zeilen Gerät). Eine Besonderheit stellt die Integration eines CT Gerätes mit einer sich über den Patienten bewegenden Gantry (sliding gantry) in einem hochmodern konzipierten Schockraum dar. In der interdisziplinären Versorgung schwerstverletzter Patienten (Polytrauma-Patienten) versorgt die Universitätsklinik Würzburg nach Berlin und Freiburg die meisten Polytraumata bundesweit. Einmalig in Bayern ist die Integration eines zusätzlichen deckengestützten digitalen Röntgensystems in einem vorwiegend CT basierten Schockraumalgorithmus. Mit Hilfe der deckengestützten Röntgenröhre können bei instabilen Patienten in der Reanimationsphase wichtige lebensrettende Informationen gewonnen werden.

Insgesamt werden im Institut jährlich über 17 000 Patienten mit einem Computertomographen untersucht, wobei in der Regel gleich mehrere Körperregionen (Hals, Thorax, Abdomen, Bewegungsapparat) untersucht werden. Die Ärzte des Instituts für Diagnostische und Interventionelle Radiologie verfügen über eine große Erfahrung in Spezialuntersuchungen wie z.B. der CT-Angiographie der Gefäße, des Herzens und der Koronararterien oder aber Knochendichtemessungen bei Verdacht auf Osteoporose.

Bildbeispiel einer CT-gesteuerten transpedikulären Biopsie zur Sicherung einer vermuteten Knochenmetastase.
Bildbeispiel einer CT-gesteuerten transpedikulären Biopsie zur Sicherung einer vermuteten Knochenmetastase.
CT-gesteuerte endovaskuläre Sicherung der Verdachtsdiagnose eines Angiosarkoms bei einer 44-jährigen Patientin mit rezidivierenden Perikardergüssen.
CT-gesteuerte endovaskuläre Sicherung der Verdachtsdiagnose eines Angiosarkoms bei einer 44-jährigen Patientin mit rezidivierenden Perikardergüssen.

Mit Hilfe der Computertomographie können bei Patienten mit Verdacht auf eine bösartige Erkrankung CT-gesteuerte Gewebeentnahmen minimal invasiv mit einer sehr geringen Komplikationsrate vorgenommen werden. Mit über 250 Eingriffen/Jahr im Bereich sämtlicher Körperregionen verfügen die Ärzte des Instituts über eine große Expertise auf diesem Gebiet. Flüssigkeitansammlungen  (Abszesse, Hämatome, Serome) können CT-gesteuert drainiert und so in vielen Fällen eine Operation vermieden werden. Etwa 150 Drainagen werden jährlich CT-gesteuert angelegt.

 

 

Ein weiterer Schwerpunkt der CT-gesteuerten Interventionen sind  Radiofrequenzablationen (RFA) bei bösartigen Tumoren. Die Ablationssonden werden perkutan (durch die Haut) in Lokalanästhesie und in Analgosedierung CT-gesteuert in den Tumor eingebracht. Der dann applizierte Wechselstrom bewirkt eine Zone der Zerstörung bzw. Verkohlung (Koagulationsnekrose) und damit zu einem Untergang der Zellen. Mit Hilfe der RFA werden im Institut primäre und sekundäre Tumore der Leber, der Lunge und der Nieren behandelt. Auch gutartige Tumoren können CT gesteuert abladiert werden. So ist die Behandlung von sog. Osteoidosteomen im Knochen in den meisten Fällen einem operativen Vorgehen vorzuziehen.

Darüber hinaus führen die Ärzte des Instituts sämtliche CT-gesteuerten Schmerztherapieverfahren wie z.B. die CT-gesteuerte radikuläre Therapie (CT-PRT), die CT-gesteuerte Facettenblockade (CT-FB), die CT-gesteuerte Behandlung der Iliosakralgelenke sowie CT-gesteuerte Sympathikolysen zur Schmerztherapie bzw. bei peripheren Durchblutungsstörungen durch.

Bildbeispiel eines 30-jährigen Patienten mit einer über 6-monatigen Schmerzanamnese bis zur Diagnose des Osteoidosteoms, welches CT-gesteuert abladiert wurde. Vollständige Schmerzfreiheit nach RFA. Es verbleibt lediglich eine 2-3 mm breite Narbe auf der Haut.
70-jähriger Patient mit operativer Einzelniere rechts bei Z.n. Nephrektomie links vor 15 Jahren bei Karzinom. Jetzt Nachweis eines tumortypischen Herdbefundes der rechten Niere. Aufgrund von Komorbidität, Lokalisation und drohender Dialysepflichtigkeit bei einem organerhaltenden operativen Ansatz erfolgte der interdisziplinär entschiedene Therapievorschlag zur RFA. Es konnte eine vollständige Ablation des Tumors mit bisher unauffälligen Verlaufsbeurteilungen erzielt werden.
Bildbeispiel eines 30-jährigen Patienten mit einer über 6-monatigen Schmerzanamnese bis zur Diagnose des Osteoidosteoms, welches CT-gesteuert abladiert wurde. Vollständige Schmerzfreiheit nach RFA. Es verbleibt lediglich eine 2-3 mm breite Narbe auf der Haut.